Tuesday, January 1, 2008

UFO-Streit in USA

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USA sollen UFO-Forschung wieder aufnehmen
Fordert eine Gruppe von Piloten, Wissen­schaftlern und Politikern



Washington - Bewerber um die Nominierung als US-Präsidentschaftskandidat werden bei Fernsehdebatten nur sehr selten verlegen. Als aber der demokratische Abgeordnete Dennis Kucinich vom NBC-Moderator Tim Russert "ernsthaft" nach seinem Erlebnis mit einem Unidentifizierten Flugobjekt (UFO) gefragt wurde, grinste der Politik-Profi sichtlich verunsichert. Tatsächlich habe er einmal nahe New York ein UFO gesehen, um fast entschuldigend hinzuzufügen: "Ex-Präsident Carter hat auch schon ein UFO gesehen". In der Tat schilderte dieser jüngst bei CNN, wie er in seiner Heimat Georgia einmal "ein eigenartiges Licht" am Himmel entdeckt habe, das "immer näher kam und größer wurde, die Farben wechselte von Blau zu Rot und Weiß - und dann wieder mit rasender Schnelligkeit verschwand".
Obwohl schon die irdischen Probleme der Weltmacht USA den Amerikanern derzeit genug Kopfzerbrechen bereiten, macht das Thema UFOs derzeit wieder Schlagzeilen, widmen ihm Starmoderatoren wie Larry King von CNN ganze Stundensendungen. Renommierte Ex-Politiker und Ex-Sicherheitsexperten verlangen nun von der US-Regierung, sich endlich mit der Frage außerirdischer Besucher zu beschäftigen. Die Forderung scheint populär. Umfragen zeigen laut NBC, dass ein Drittel aller US-Bürger an Besucher aus fremden Galaxien glaubt, 14 Prozent wollen schon selbst UFOs entdeckt haben. Die Frage nach der Existenz von fliegenden Untertassen und Intelligenz aus dem All hat - nicht zum ersten Mal - in den USA wieder einmal die Politik erreicht.

Zwar hatten bei der Debatte der Demokraten die Senatoren Hillary Clinton und Barack Obama pikiert lächelnd den Ausführungen ihres Parteifreundes Kucinich gelauscht und ihn angestarrt, als wäre er wirklich von einem anderen Stern. Aber in dieser Woche veröffentlichte die Clinton-Bibliothek in Little Rock (Arkansas) werbewirksam Dokumente des Weißen Hauses aus den Clinton-Jahren zum Thema Außerirdische. Einige Papiere wurden wegen "Schutzes der Privatsphäre" zurückgehalten. Futter für Verschwörungstheorien der Ufologen", lästerte der erzkonservative Fernsehsender Fox News. Die publizierten Papiere belegten höchstens, dass Spitzenberater Clintons Science-Fiction-Fans waren - aber dennoch lieferte das Clinton-Lager werbewirksam neues Material zum populären Thema.

Auch der demokratische Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson, machte sich nach der Debatte über Kucinichs UFOs lustig, forderte dann aber ernsthaft eine Aufklärung des berühmten "Roswell-Zwischenfalls". Ufologen glauben, dass die US-Luftwaffe 1947 nahe des Wüstenortes Trümmer einer fliegenden Untertasse und Leichen von Außerirdischen entdeckt hatte, dies aber später zu vertuschen suchte. Zumindest lebt Roswell seither prächtig vom UFO-Tourismus und einem jährlichen UFO-Kongress. "Es würde helfen, wenn die US-Regierung alles veröffentlicht, was sie weiß", meinte Richardson.

Der Ex-Gouverneur von Arizona, Fyve Symington, nahm in Washington mit Experten aus aller Welt einen neuen Anlauf zur Anerkennung mysteriöser Flugobjekte. Er selbst habe 1997 wie hunderte Mitbürger auch über dem Himmel von Phoenix rasende Flugkörper gesehen, die in strenger Formation geflogen und keineswegs mit Lichtphänomenen zu erklären gewesen seien - auch wenn sie später als "Phoenix Lights" in die UFO-Annalen Eingang fanden.

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Disclosure - Governor Fife Symington -
Phoenix Lights




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Die Verteidigungsexperten Nick Pope (England) und James Penniston (USA) berichteten über geheime Untersuchungen ihrer Länder nach einem UFO-Zwischenfall 1993 im Rendelsham Forest nahe Ipswich (England). "Als wir an den Absturzort kamen, wurde rasch klar, dass es sich hier nicht um einen Flugzeugabsturz handelte, noch um irgendetwas, mit dem wir je etwas zu tun hatten", sagte Penniston. 1976 gab es dem iranischen Ex-General Parviz Jafari zufolge eine Kooperation Teherans mit Washington wegen eines UFOs, das angeblich über Teheran gesichtet worden war. US-Luftfahrtexperte John Callahan beschuldigte die US-Behörden, 1987 das Auftauchen eines riesigen UFOs über Alaska verschwiegen zu haben.

Die illustre Schar der UFO-Experten will nun vor allem erreichen, dass die US-Regierung eine Neuauflage des Untersuchungsprogramms der US-Luftwaffe über UFOs beschließt. Die Regierung müsse "bei der Aufklärung dieser äußerst realen Phänomene eine aktive Rolle spielen", meinte Symington. Das US-Projekt "Blaues Buch"
war 1969 nach 22 Jahren mangels greifbarer Ergebnisse eingestellt worden -obwohl die US-Luftwaffe damals
über 12.000 UFO-Meldungen nachgegangen war.

Kölnische Rundschau - Rundschau.online.de
(dpa)
14. November 2007

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